Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Die beste Marke: Eigenbau

Was unternimmt man, wenn der alte Flower eine Sicherung nach der anderen durchhaut und man aus dem Gehäuse einen neuen Lichteffekt zaubern möchte?

Man schlachte das Gehäuse des alten Gerätes aus: Alle elektronischen Bauteile wie Kabel (mit der Zange wegkneifen) und Platinen (abschrauben)…
Dann nehme man einen 150 W- Fluter, entferne aus selbigem den Reflektor und passe den Fluter in das Gehäuse des ehemaligen Lichteffektes ein.

Mit einer Zange das alte Gehäuse an der hinteren Oberkante etwas nach oben biegen, durch das entstandene Loch das Kabel des Fluters nach außen führen.

Gehäuse wieder zuschrauben.

…und schon hat man einen Lichtfächer! – Denn durch die Linse des ehemaligen Flowereffektes wird nun die Stablampe des Fluters abgebildet.
Hier zwei Fotos des neu entstandenen Lichteffekts:

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Gnadenlos authentisch – Jan Hegenberg

Er vertont Inhaltsstofflisten von Duschbädern und französische DVD Player – Bedienungshinweise. Er verrappt per Chat zugesandte Reimworte in seiner eigenen Radiosendung, singt auf Englisch und Deutsch und, was weniger zu ihm passt, liebäugelt in Songs wie “Ratamatata” seit Neuestem mit Hardrock.
Jan Hegenbergs Songs behandeln außer Politik fast alle Themen männlicher, allzu menschlicher Existenz. Frust mit Frauen und PC-Spielen, alte Omas im Bus und anderer Unflat werden besprochen. Seine Professionelle Unprofessionalität macht ihn ungemein authentisch, vor allem auch, da er weder Berater, noch Verlag hat, die ihn in seiner Kreativität ausbremsen oder seine so wertvollen Kanten textlicher Direktheit abschleifen würden. Ob man aus dem Ruhrpottler einen langweiligen Kommerzsänger machen könnte, wage ich allerdings auch zu bezweifeln. – Zumindest wäre es schade um ihn.

Der Gamer-Sänger ist unbändig und tappt dabei durch seine selbstironische Art trotzdem nicht in die Falle der Peinlichkeit. Als Entertainer auf seinen Konzerten versprüht er ein buntes Feuerwerk aus humorigen Ansagen und Talk mit dem Publikum, wobei er die Songabfolge auf Zuruf variiert.
Eine Entwicklung gibt es auch bereits zu verzeichnen. Während in den Anfangsjahren Akustikklampfe und Gamertexte der Branche überwogen, aus der Jan ursprünglich stammt, gibt es nun auch Songs über andere Themen als Spiele und englische Texte. Eine Band kooperiert mit dem ehemaligen Biostudenten mittlerweile auch und bringt weitere Einfüsse mit.
Hegenberg hat eine Sänger- und Songwriterkarriere durchgemacht, die an Genesis, Pink Floyd und die Pet Shop Boys erinnert. Keine dummen Prolls aus Deutschland sucht den Superstar, die einige Zeit lang von Managern missbraucht werden, sondern Leute, die für ihre Musikkarriere die Universität abbrechen, braucht die Kunst! (Der Keyboarder der Pet Shop Boys, ein Architekt, hat gerade mal eine einzige Treppe in England entworfen, bevor die Musikkarriere anfing, Pink Floyd und auch New Order haben sich über die Uni kennen gelernt.)
Sollte es Bedarf an einem Lichttechniker geben, fahre ich gern mal auf einer Tour durch Deutschland mit!

Dublinreise Silvester 07/ 08 wirft Fragen auf

Warum sind in Dublin alle Brücken so niedrig, dass kein Schiff drunterdurchfahren kann?

Warum hängt im Essensraum des Hostels der den Iren so verhasste Union Jack?

Warum feiern die Dubliner Silvester gänzlich ohne Feuerwerk?

– Diese Fotos liefern keine Antworten, jedoch einige interessante Eindrücke:

1: Meine Mitreisenden, meib Bier (im Pub)

2: Brücke mit den Farben der Irlandfahne. Das die Engländer symbolisierende Orange fehlt!

3: LEDs, wie hier in Bäumen, sind in Dublin weit mehr verbreitet als in Berlin…

4: Musiker in einem Pub. Von ihnen habe ich eine CD erstanden :)

5: Forscher vor der National Library

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Keine Illusion

“Die Perser” von Aischylos im Deutschen Theater (Dezember 2007)

Mitten in der Vorlesung gähnt ein Student sehr hörbar. Der Professor sagt: “You leave me no illusion about my job.”

Die Schauspieler sind sehr professionell, wie immer im Deutschen Theater. Auch an der Garderobe steht genug Personal, sodass es schnell geht. Und auf den Toiletten riecht es nicht mehr, wie angeblich früher, nach DDR.
Nach einem etwas peinlichen Sinnlosintro fängt der Chor, bestehend aus einer Frau, zu rezitieren an. Das Bühnenbild, bestehend aus einer riesigen, gelben drehbaren Mauer, ist sehr funktionell und minimalistisch. Es wird immer spannend, wenn diese Wand gedreht wird und auf der anderen Seite ein Mensch steht. Interessante Auftritte!
Auch die Regie hat alles aus dem Text herausgeholt – und trotzdem langweilen sich Teile des Publikums. Bleibt also die Frage, ob “Die Perser” überhaupt aufführbar ist, da es kaum Dialoge und keine Handlung aufweist.

Was das Deutsche Theater aus dem Stück gemacht hat, verdient bei aller Kargheit des Bühnenbildes und der Kostüme jedoch Respekt.

Eine Frau gähnt inmitten einer Atempause des Xerxes. Im Publikum breitet sich ein leises Lachen aus. Xerxes tritt zum Bühnenrand vor und ruft die besten beiden Worte des Stückes ins Publikum : “Geht! — Leise.”

Nächtliche Fotosafari in Berlin

(Sommer 2007)

Heute Abend war ich an verschiedenen Orten der geliebten Heimatstadt, die im Rahmen des Festival of Lights sehr schön illuminiert wurde.

Ob LEDs zur Beleuchtung des Brandenburger Tores oder Projektoren am Berliner Dom und Schloss Charlottenburg – die teils statischen, teils wechselnden Projektionen waren allemal sehenswert.

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Theater in Rückansicht

Der Name Teatro Delusio ist Programm: Dieses Stück spielt hinter der Bühne, wo umringt von Kulissen in Rückansicht Bühnenarbeiter, Schauspieler, ein Theaterdirektor und eine Putzfrau ihr Dasein fristen und viele kleine Abenteuer zu bestehen haben.

Das Teatro Delusio ist eine deutsch-spanische Produktion der “Familie Flöz”. Mit Sehr ausdrucksstarken Masken tanzen und laufen zwei sich ständig verkleidende Schauspieler und eine Schauspielerin auf der Bühne auf und ab, wobei die Illusion entsteht, es müssten mindestens fünf Personen sein, so viele Masken und Kostüme haben die drei in petto.

Dabei wird kein Wort gesprochen – nur pantomimische Bewegungen der Körper und Masken gestalten die Geschichte, doch das auf so eindringliche Weise, als würden Faust und Hamlet zugleich ihre berühmten Monologe halten. Im Hintergrund laufen viele Geräusche und Musik, immer auf das aktuelle Handlungsbild abgestimmt.

Zahlreiche Tricks, wie ein Pelzhandschuh, aus dem ein hochbewegliches Tier wird und eine große Kiste, die von den Schauspielern – leider nicht ganz unsichtbar – seitlich verlassen werden kann, geben der Vorstellung zusätzlich Pfiff.

Mit Reinhard Hubert hat man sich einen Lichtdesigner geleistet, der nicht nur für ungewöhnlich bunte Stimmungen sorgt, sondern durch leichten Dauernebel auch eine ganz besondere, etwas staubige Hinterbühnen- Atmosphäre erschafft.

Nur ungern verlässt der Zuschauer nach der Vorstellung die Zwischenwelt der sympatischen Puppen.

PS: Mit 10 bis 15 Euro sind die Karten für dieses Stück im Admiralspalast erschwinglich. Nach der Vorstellung darf das Publikum die Bühne betreten und mit den Schauspielern in Dialog treten – so sollte Theater öfter sein. Angenehm locker, aber professionell, sodass es nicht peinlich wird.

Lichtshow beim Ruhlebener Straßenfest 2007

An einem lauen Augustabend um kurz nach 21 Uhr begann der Höhepunkt des Straßenfestes in Ruhleben: Meine Lichtshow

Set: U2 – Gone (New Mix); Pink Floyd – On The Turning Away; U2 – Dirty Day

Zum nunmehr fünften Mal habe ich eine Lichtshow aufgeführt, die dem Publikum bereits als krönender Abschluss des Stadtteilfestes bekannt ist und die auch in diesem Jahr wieder kräftigen Applaus erntete.

Hier seht ihr die 4 besten Fotos:

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Musik aus dem Geisterhaus

“Scheiß Wetter, nicht?!”, fluchte der Genesis- Frontmann zum Anfang des Konzerts. Doch bei “Follow You, Follow Me” kam die Sonne zum Vorschein, man sah sie schräg hinter der Bühne untergehen und für Tony Banks, Mike Rutherford und Phil Collins muss das von der Sonne rot beleuchtete Publikum wunderbar ausgesehen haben.

In der nächten Ansage wird ein Geisterhaus beschrieben. “… und wenn ihr nachher nach Hause kommt und hört das “schui schuui!” – dann sind die Gespenster bei euch … und ihr seid im Geisterhaus…!” – So kündigte Phil Collins das geniale “Home By The Sea” an, ein Song, der garantiert der beste von Genesis und ein Muss auf Konzerten ist.
Im letzten Drittel des Liedes – zu Anfang eines weiteren wunderschönen Gitarrensolos von Mike Rutherford – fuhren scheinwerferbesetzte Wägen mit roten bengalischen Feuern gewaltige Eisenarme hinter der Bühne hinauf, was dem Publikum ein beeindrucktes “ooooooh!” ablockte.

Eine (bei Genesis schon gewohnte) LED- Wand als Bildschirm und an die 300 Varilites, die in den 80ern eigens für Genesis entwickelt wurden und 1981 im ersten Konzert mit ferngesteuert bewegten Scheinwerfern überhaupt (natürlich ein Genesiskonzert) zum Einsatz kamen, rundeten die Lichtshow ab.

Phil Collins hat sich das Nuscheln abgewöhnt, ein weiteres Plus für Genesis, die wohl nie wieder auf Tour gehen werden.
Einziges Minus ist der Betrug vorm Konzert: Um 19 Uhr, so steht auf der Karte, fängt das Konzert an. Fakt war: Von 19 bis 20 Uhr wurde auf Leinwänden kinomäßige Werbung gezeigt. Das riecht nacht Geldsucht der steinreichen Rocker. Etwas arm, die Aktion…

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Eigene Lichtshow zu Genesis’ Home By The Sea, Mai 2005

Erste Lichtshow mit LED- Scheinwerfern

Liebe Welt!

Am 30. April habe ich eine Lichtshow für die Gäste des Geburtstagskindes G., gemacht.
Sie fand open Air unter herrlichen Bedingungen, Windgeschützt und mit ca. 30 begeisterten und nach Zugaben rufenden Zuschauern statt. Es war sehr schön, und nun gibt es endlich Fotos dieses außergewöhnlichen Ereignisses.

Viel Spaß damit wünscht Euer K.

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Perfekte Langeweile

Berliner Philharmoniker spielen Beethoven und Bruckner

Das Programm bestand aus Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur und Anton Bruckners Symphonie Nr. 2 c-Moll. Es dirigierte der 72 Jahre alte sympathische Seiji Ozawa, Pierre-Laurent Aimard saß am Klavier und war natürlich auch perfekt. Ich habe in diesem Haus mit der beeinruckenden Architektur nur perfekte Konzerte und herausragende Künstler, besonders Solisten und Dirigenten, gesehen.
Trotzdem ist ein klassisches Konzert, wie schon eine Freundin von mir meinte, immer ein bisschen langweilig. Man wird von den Philharmonikern also auf höchster künstlerischer Ebene gelangweilt. Und vom Langweilen verstehen sie was: Man guckt hierhin, man guckt dorthin… die alten Scheinwerfer stehen immer am selben Platz und wurden sicher die letzten 30.000 Jahre nicht eingesetzt. Acht Linsenscheinwerfer mit Folienscroller-Farbwechler sind immer gleich ausgerichtet. Ein Überbleibsel der Zeit, wo der Staat Kultur und Bildung finanzierte, anstatt sich von Wirtschaftslobbyisten der Müller Milch, Pharmakonzerne und Samsung ausnehmen zu lassen.
Ausnehmen ist auf den spärlich vorhandenen Toiletten der Philharmonie auch Thema: Die Unsitte, Menschen aufzustellen, mit einem Teller voller Münzen vor sich, hat auch von der Philharmonie Besitz ergriffen. Dafür sind jedoch Garderobe und Programmheft kostenlos. Ausreichend Personal öffnet und schließt sie Türen, die Arbeitsteilung an der Getränkebar bewirkt für den erfreuten Gast ungewöhnlich kurze Wartezeiten. Überall außer auf den Klos fühlt man sich also wunderbar umsorgt.
Perfekt gelangweilt verlasse ich das goldene Gebäude und besteige mein Pferd. Beethoven war ganz gut, Bruckner voller Energie und wie ein Spiegel von Zerrissenheit. Denkend an die schöne Musik reite ich ins Licht…

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