Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Perfekt integriert – Tangerine Dream vs. Fledermäuse

Am vergangenen Sonntag, den 30. August 09, traten Tangeine Dream in der Zitadelle auf und nur Fledermäuse konnten sie stoppen.

Das Konzert begann zwar mit einer halben Stunde Verpätung, doch immerhin hatte man auf ein Vorprogramm verzichtet. Die Elektrogruppe um Edgar Froese, das einzige noch verbliebene Gründungsmitglied, spielte über zwei Stunden. Während die ersten zwei Songs, mit Bongos a lá Südseefeeling noch recht ähnlich klangen, bot der Rest des Konzerts eine gute Mischung. In Wellenbewegungen, die auch die Laser vollführten, steigerte sich das Set in tranceartige Sphären, um mit Saxophonsolies und Gitarrenrock zu alternieren.

Die Lichtshow bestand vorwiegend aus Blau- und Grüntönen. Nur das Saxophon bekam tiefes Rot, sodass die musikalischen Kontraste sich auch im Licht wiederspiegelten.

Den Hauptteil der Show machten jedoch zwei Laser, die alle möglichen Farben und Formen produzieren konnten, aus. Da ich relativ weit hinten saß, hatte ich eine super Sicht auf  Strahlengewitter und wandernde Lichtwände – und war zugleich perfekt integriert wie in keine Lichtshow zuvor – , denn man hatte vorbildlicherweise daran gedacht, auch das Publikum einzunebeln. Hierzu kam eine Kombi aus Nebel- und Windmaschine – für Open Airs das einzig Wahre – zum Einsatz.

Leider waren Fressbuden und Bäume im Umfeld beleuchtet, was extrem störte. Bei einer von Lasern dominierten Darbietung sollte es noch dunkler sein als bei einer Lichtshow.

Viertel vor zehn verließen die Träumer die Bühne ohne ein Wort gesagt zu haben. So muss das sein! Kein Rumgeschleime, keine Langeweile, kein Berlin-ihr-seid-die-größten, sondern Musik pur.

Dann betraten sie die Bühne wieder für gefühlte 3 Zugaben, ohne Pause durchgejammt. Um 22 Uhr war Schluss, Edgar sagte mit seiner rauchigen lieber-Opa-Stimme, weitere Zugaben seien gestrichen, da ab Zehn die Fledermäuse schnarchten und man sie nicht stören wolle. Das sei eben alemannischer Tierschutz. Wir sind zwar nicht in Alemannien, aber das kann man ihm nachsehen.

Viel Musik und wenig Leute – das Duo Tseliapniou/ Schomaker im Nilclub

In diesem Artikel mache ich etwas total verbotenes: Begebe mich nach der Rollentheorie in einen Konflikt und rezensiere aus einer Doppelrolle (Mitveranstalter – Kunde) heraus ein Konzert.

Am gestrigen Abend gaben Pavel Tseliapniou (Querflöte) und Stephan Schomaker (Gitarre), Stücke von vier teils modernen, teils barocken Komponisten zum Besten. In einem zweistündigen Programm und mit virtuoser Lebendigkeit präsentierten sie zwölf begeisterten Zuschauern ihr Können.

Mit einem Duo von Guiliani fing es an: Anfangs herrschte noch die typische von klassischer Musik hervorgerufene Langeweile, doch die Herren verstanden es, Musik vorzuleben und schon bald war der Zuhörer verzückt. Man träumt sich weg und ist verzaubert…

Das zweite Stück, für Querflöte, eine Antwort auf die Frage, was man in absurden Zeiten nach dem zweiten Weltkrieg, wenn aller Glauben an das Gute aufgegeben ist, noch komponieren kann. Es ist aufrüttelnd, wild und klingt nach Verzweiflung. Nach der Pause ging es mit einem nur wenige Jahre alten Stück für Gitarre und schließlich Bach weiter, abgerundet von zwei Zugaben.

Das Publikum schien klassikerprobt zu sein: Man klatschte nicht während der Atempausen eines Stückes, die Stimmung blieb erhalten.

Das abgerutschte N der NIL- Lichtschlange im Hintergrund ließ auf stiefmütterlichen Umgang mit der Lichtinstallation schließen, ansonten aber war die Betreuung durch den Inszenator des Abends einwandfrei. Seine einführenden Worte und die witzigen Erklärungen der sympathischen Musiker gaben den Stücken einen Rahmen, der sie und den Abend unvergessen macht. Schade, dass es so leer war.

Testbericht: LED- Lichteffekt Incredible

Gut versteckt und nur in wenigen Onlineshops zu haben, doch ein annehmbarer Effekt für kleine bis mittlere Räume, ist der Incredible einer unbekannten Kleinfirma. Ob dieses Gerät mehr Beachtung verdient, klärt dieser Artikel.

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Das Gerät, online ab 120 Euro zu haben, lässt sich über 3, 9 oder 28 DMX- Kanäle ansteuern, wobei im ersten Modus alle LEDs einer Farbe gleichzeitig, im letzten jede der 7 Gruppen einzeln steuerbar sind. Man kann einzelne Farben einschalten und blitzen, oder die verschiedenen Farben der LEDs – teils auch kombiniert – in variabler Geschwindigkeit blinken lassen. Somit eignet der Effekt sich hervorragend zur Partykellerbeleuchtung, da er viel Action bietet. Durch sieben Linsen mit je einer Gruppe von 12 LEDs in den Farben Rot, Blau, Grün und sogar Weiß, wird das Licht weit gestreut und leuchtet einen Raum auf gesamter Breite bequem aus.

Durch die Verwendung von LEDs erhitzt das Gerät sich kaum, was Dauerbetrieb ermöglicht. Der Effekt arbeitet geräuschlos ohne Lüfter.

Das Plastikgehäuse hat Vor- und Nachteile: Incredible ist zwar leicht, aber Plastik ist weniger stoßfest als Metall und sieht – Hand aufs Herz – recht billig aus.

Ein weiterer Wermutstropfen ist, dass der Effekt nicht sonderlich hell ist. Zum Tanzen mag es reichen, doch hellere, konzentriertere  Lichtstrahlen, die einen größeren Abstand zu einander haben, und auch sattere Farben (die LEDs haben einen relativ hohem Weißanteil) wären peppiger.

Alles in allem jedoch ein ordentlicher Effekt, der nichts besonderes verspricht, dies aber hält und somit eine glatte 2 verdient hat.

Wie jeder Lighteffekt, so funktioniert auch dieser selbstverständlich nur mit Nebel, wie das obrige Foto beweist (im Zusammenspiel mit zwei Eurolite LED-Pinspots und einem American DJ Sparkle).

Hallo, neue Homepage!

Das Design in würzigem Weiß, dazu der noble Name: Mit viel Unterstützung vom guten Lukas, dem großer Dank gebührt, habe ich eine neue Homepage aufgebaut.

Die Page wartet mit vielversprechenden neuen Kategorien wie “Tipps zum Thema Licht” und einem deutlichen Gewicht auf Kritiken, Rezensionen und Lichtshows auf. Meine literarischen Ergüsse erscheinen auf den Unterseiten “Lyrik” und “Texte”.

Als nächstes, soviel sei schon verraten, erwartet den Leser der Bericht eines LED-Lichteffekts, der ganz schön weit fächern kann… doch dazu demnächst mehr!

Weiter unten tummeln sich die besten Artikel der alten HP, die sehr traurig sind, wenn die vergessen werden.

Open Air is back!

Nach über einem Jahr Pause fand am 27.5.09 anlässlich eines Geburtstages wieder eine Lichtshow im Garten statt – was auch Feuerwerk bedeutete!

Das Set (17 Min.):

Queen: Innuendo

Pink Floyd: On the Turning Away

Moby: My Weakness

Neu eingeführt waren ein zweiter Lüfter zum Verteilen des Nebels und eine Taschenlampe zu Rackbeleuchtung. Der zweite Lüfter machte sich bei schwachem, aber ständig wechselndem Wind gut, die Pultbeleuchtung allerdings irritierte meinen Blick auf die Lichtkegel der Scheinwerfer und wurde bald abgeschaltet…

Ansonsten war die Show erfolgreich und ein begeistertes Publikum gab nach dramatischem Licht- und Feuerspektakel zum Pink Floyd- Stück sogar Szenenapplaus

Hier nun die drei besten Bilder:

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Yes, die Pet Shop Boys leben noch

Die Erwartungen waren niedrig. Nach der naiv-dummen Vorabsingle ‚Love etc.’ haben die Pet Shop Boys jedoch ein Album herausgebracht, dass sich durchaus hören lassen kann.

Ihr zehntes reguläres Album kommt in langweiligem Weiß daher, kontrastiert mit Farbspielen, die an das Cover ihres difficult-listening Albums ‚Introspective’ erinnern. Das Booklet fällt mager aus, zu den Songs gibt es weder Zeiten, noch sind die Texte lesbar, da man auf Zeilenumbruch und Stropheneinteilung verzichtet hat.
Die Scheibe gibt musikalisch jedoch einiges her, so entstehen beim Hören vor allem der ersten drei Tracks interessante Kontraste. Erst ein Liebeslied, dann ein fröhliches und ein sentimentales Lied. Track vier ist gänzlich nichtssagend und wie die Singleauskopplung auch textlich schwach, ganz im Gegensatz zum restlichen Album. Mit ‚Vulnerable’ zeigen die Jungs, dass typische 80er- Synths auch heute noch frisch klingen können. Der Kuschelsong besticht durch ohrwurmverdächtige Melodie und hat das Zeug zur zweiten Single.
Ein weiteres Highlight ist das düstere ‚Building a wall’, welches neben dem einzigen Song mit Orchesteruntermalung, ‚Legacy’ zu den politischen Stücken des Albums gehört.
Neben ‚Building a wall’ gehört das stillere und gefühlsgeladene ‚The way it used to be’ zu den großen Nummern der zweiten Albumhälfte.

Alles in allem ein typisches Pet Shop Boys Album, welches keine wirklich schlechten Tracks aufweist (vgl. ‚Electricity’ auf ‚Bilingual’, ‘One and one make five’ auf ‘Very’), jedoch auch neue Ideen vermissen lässt – zwei Dinge, die sich leider nicht ausschließen.

Anspieltipps: Vulnerable, Building a Wall, The way it used to be
Überspringtipps: Love etc., Did you see me coming?

Schnee und Feuer 2009

Reise nie ohne Reisig!

Mutig auf den Schnee blickend, bebt die Bande ein letztes Mal, bevor die Fis-Weltcupafbahrt am zweiten Pistentag bezwungen wird.
Alle kommen unten heil an, man freut sich: Auch hier keine Schlange am Lift. Keine Beine, die zum Snowboarden und Skifahren benötigt werden, stehen Felix und ich (rechts im Bild) uns in den Bauch. Dafür nimmt man auch etwas Schneegestöber im über 1200 m gelegenen Skigebiet in Kauf!

Am Abend geht es dann in die familieneigene Hütte, der Feuermeister K. muss ran: Denn wenn das Haus bei der Ankunft so kalt ist wie der Garten, will niemand lange warten. Feuer muss her. Am ersten und kältesten Abend gings nicht so richtig, da das Reisig fehlte.

Alles in allem aber ein abwechslungsreicher Urlaub, auf dessen Fotos man gerne zurück klickt!

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Familie Flötz Klasse Klasse

Familie Flöz legte im Stück „Klasse Klasse“ orale Beats auf, die Masken waren wieder einsame Spitze und man kam, wie in der Werbung versprochen, (fast) ohne Worte aus.

Pantomine ohne Gesichtsmimik? Das geht, und zwar im Admiralspalast Studio, wo gestern Fabi und ich eine wundervolle Schulklasse aus Puppen dabei beobachten durften, wie sie in Bio versagten, Romanzen ausstanden, die Rolle des Klassenclowns (Bart lässt grüßen) aushandelten und einiges mehr erlebten.

Das Ganze wurde vom deutschen Beatbox- Meister Daniel Mandolini begleitet, der alle Geräusche selbst produzierte, unterstützt nur von einer Loop-Maschine und einer akustischen Gitarre. Ihm beim Werke zuzuschauen, war fast ebenfalls so spannend, wie die Puppen auf der Bühne tanzen zu sehen.

Nach der Inszenierung Teatro Delusio, die von mir hier http://www.bierlichter.de/index.php/137/theater-in-ruckansicht.html ebenfalls gute Noten bekam, und diesem neuerlichen Erfolg, kann hier nur gesagt werden: Geht hin, Leute, wenn die Familie Flöz wieder aus ihrem bewegten Leben berichtet!

Spiel’s noch einmal, Sam! Erster Filmabend am 23.2.09

Auftakt der Filmabende ein voller Erfolg!
Mit Cola und Bananensaft begossen wir den größten Klassiker der Filmgeschichte und einen Gruselwestern von Terence Hill

Es tröpfelt schon mein Sohn, der Windel schnell zum Hohn…

…so nass wurden die Augen der Zuschauer von Casablanca, dem Film, wo die Frau mit dem Mann spielt, nicht; jedoch geweint wurde viel in dem Streifen. Was hier eher peinlich klingt, blieb bei diesem Film jedoch für die 7 Zuschauer (siehe Foto) an diesem Freitag, dem 13. aushaltbar. Zu witzig war der Film inszeniert, als dass jegliche schlechte Gefühle aufkommen konnten.

Bananenweizen half uns’re Gaumen beizen, als wir dann den zweiten Film sahen, der endlich dem Datum des Abends Rechnung trug: “Ein schöner Zug von Geisterhand”, die Lucky Luke- Verfilmung mit Terence Hill. Dieser Film wurde übrigends unter http://www.farbfilmblog.de/index.php/122/lucky-luke-auf-geisterjagd-tv-serie von Luke und mir genauer unter die Lupe genommen. Deshalb soll hier nicht zu viel verraten werden.

Hier noch ein Bild der glorreichen Zuschauer

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Kein Eis im Winter: Hegenberg heizt

Jan Hegenberg und Berliner Fans rocken die Kälte aus den Knochen, Bericht über einen Abend im Kato.

Man beginnt Konzertkritiken nicht mit etwas negativem. Das weiß ich.

Der erste Frust war, dass das Kato zehn Minuten zu spät mit dem Einlass begann und der alte Mann an der Garderobe völlig überfordert war. Eine Hilfe wäre hier sehr angebracht. Jan Hegenberg begann zu spielen, während ich gerade meine Jacke abgab, und mir folgten noch etwa 15 Leute…

Die Crew von Hegenberg war äußert gelassen, der Bassist markierte wie immer den Einlasser (was er sehr gut macht), eine Frau stempelte Hände und sagte mir, sie hätten keine T Shirts dabei, da der Bandtransporter überfüllt gewesen sei.

Bleibt also festzustellen, dass die Leute der Hegenberg- Crew entschieden besser drauf waren als die lahmen Katobediensteten.

Nun zum Set: Hegenberg hat alle Knaller gespielt, wo gibt! Auch waren einige Songs aufgefrischt. So kam der Opener „Fette Elfe“ mit Südseefeeling durch gelungene Percussioneinlagen und geilem neuen Rhythmus daher. „Trendy Eistee“ wurde mit langem Impropart eingeleitet und „Ratamatata“ startete doch glatt a capella.

Von Eis war an diesem Winterabend nichts zu merken. Schon vor dem Konzert standen drei Reihen Fans vor der leeren Bühne und gröhlten Songs des Liedermachers. So klappten dann auch sämtliche Mitsingparts wunderbar, die jumpende Masse legte das Kato ordentlich tiefer. Jan selber und seine Band Bam! ließen so manchen Spruch von der Lippe purzeln, um den etwa 100 Zuschauern einzuheizen.

Die Becken des Schlagzeugs klangen manchmal etwas blechern, ansonsten war alles super abgemischt und erfreute die Ohren. Das Gitarrensolo der Rythmusgitarre hätte der Mischer allerdings etwas herausheben können.

Das Licht war, obwohl es im Kato eine gute Konzertlichtanlage gibt, sehr bescheiden. Mit etwa 8 Lichtstimmungen in den knappen zwei Stunden des Konzerts gab es gerade so viele, wie sonst schon in einem flotten Song von etwa 5 Minuten üblich sind. Auch hätte man die Nebelmaschine des Kato ja mal anwerfen können. Hätte dem Auge sehr gefallen!

Alles in Allem jedoch von Anfangsschwierigkeiten abgesehen ein gelungener Abend.