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	<title>Kulturlichter &#187; Rezensionen Konzert &#8211; Oper &#8211; Theater</title>
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			<item>
		<title>Katharina macht Wagner verdaubar</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Aug 2010 15:10:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen Konzert - Oper - Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach 10 Jahren warten trudeln langersehnte Karten ein. Es sind die Meistersinger von Nürnberg in der Wiederaufnahmepremiere der Bayreuther Festspiele am 2. August 2010.

Alles ist perfekt organisiert. Allerdings sollte irgendwer den Bayreuthern die Mähr der am Festspielhaus reichlich vorhandenen Parkplätze austreiben. So umfangreich sind die Parkgelegneheiten auch wieder nicht.
Das Festspielhaus ist rustikal, ja hölzern vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach 10 Jahren warten trudeln langersehnte Karten ein. Es sind die Meistersinger von Nürnberg in der Wiederaufnahmepremiere der Bayreuther Festspiele am 2. August 2010.<br />
</strong></p>
<p>Alles ist perfekt organisiert. Allerdings sollte irgendwer den Bayreuthern die Mähr der am Festspielhaus reichlich vorhandenen Parkplätze austreiben. So umfangreich sind die Parkgelegneheiten auch wieder nicht.</p>
<p>Das Festspielhaus ist rustikal, ja hölzern vom Design her (was am vielen Holz in den Gängen und Treppen liegen mag). In Bayern wusste man bis vor einigen Jahren nicht, dass es auch Gold und roten Samt gibt, was aber zum Vorteil wird. Zum U-Bahnhof- Feeling im Foyer passen die im Vergleich zur U-Bahn äußerst unbequemen Sitze im Parkett allerdings nicht.</p>
<p>Der gesangliche und musikalische Vortrag sind perfekt, was sich aber in einem solchen Haus von selbst versteht und daher nicht weiter besprochen werden muss. Die Darstellung war jedenfalls so schön, dass ich wünschte, Gott wäre noch am Leben um DAS zu sehen.</p>
<p>Da Wagner ziemlich viele und davon einige schöne Melodien im Kopf herumspukten, schrieb er recht lange Opern. So schön es ist, von Arie zu Duett zu Chor zu schweben in einem Meer aus wuchtiger Musik; in der ersten Stunde des dritten Aktes gibt es dann doch einige Längen. Solch ein Riesenbrocken von viereinhalb Stunden Musik muss aufgelockert werden, um verdauber zu sein. Katharina Wagner inszeniert die Oper so kurzweilig es geht, indem sie ständig das Werk selbst auf die Schippe nimmt, ironische Elemente einbaut und die Strenge Wagners in Frage stellt.</p>
<p>Da werden drei Personen, unter anderem ein Dirigent, auf der Bühne in einer Kiste verbrannt. Das echte Feuer ist die einzige Lichtquelle der folgenden Szene. Fünf Personen stehen, an den KKK erinnernd, mit erhobenen Händen um das Feuer. Ihre Schatten tanzen auf der Leinwand dahinter. Und noch weiter dahinter stimmt ein riesiger Chor einen schmalzigen Chor an.</p>
<p>Wenig später müssen natürlich noch zwei Nackte auftreten. Keine Rebelleninszenierung ohne Schniedel! Die Peinlichkeit solcher Momente überwindet nur, wer sich gleichzeitig freut, dass einige alte Schachteln im Publikum sich gerhörig aufregen.</p>
<p>Und dennoch: Die lustige und äußerst ästhetische Inszenierung ist auflockernd wie schaumige Sahne im Kaffee.</p>
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		<title>Orangenbitter an der Komischen Oper</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Dec 2009 12:31:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen Konzert - Oper - Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[„Die Liebe zu drei Orangen“ von Sergej S. Prokofjew ist eine musikalisch dick aufgetragene Oper. Die unmelodiöse Musik steigert sich gelegentlich zu quietschenden Lärmfanfaren, zwei Minuten schöner Melodien am Ende vermögen die schmerzenden Ohren nicht mehr lustig zu stimmen. – Und das, obwohl die trockene Inszenierung der Komischen Oper Berlin lustig sein will. Kurze Lichtblicke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Liebe zu drei Orangen“ von Sergej S. Prokofjew ist eine musikalisch dick aufgetragene Oper. Die unmelodiöse Musik steigert sich gelegentlich zu quietschenden Lärmfanfaren, zwei Minuten schöner Melodien am Ende vermögen die schmerzenden Ohren nicht mehr lustig zu stimmen. – Und das, obwohl die trockene Inszenierung der Komischen Oper Berlin lustig sein will. Kurze Lichtblicke wie ein riesiger Kasperl, eine auftretende Ratte und ein Krokodil, klassisch von einigen Menschen im Leib bewegt, gibt es durchaus. Doch alles in allem ist die Choreographie hölzern, die gestaksten Bewegungen wirken auswendig gelernt, Fluss kommt kaum auf.</p>
<p>Die Sänger sind gut, das Orchester spielt gekonnt, wie es Regel ist an den Berliner Opernhäusern – bis auf eine krächzende Aurelia Hajek, welche die böse Fata Morgana spielt.</p>
<p>Das Bühnenbild lässt wiederum zu wünschen übrig. Zwei theaterhafte Rahmen sind aufgestellt, im Hintergrund eine schräge weiße Fläche; Raum für Lichtspiele und Projektionen, der allerdings vom einfallslosen Lichtdesigner verschenkt wird.</p>
<p>Wie schön wäre es gewesen, wenn die drei Orangen auf der Bühne so groß gewesen wären, dass die Prinzessinen tatsächlich ihnen entstiegen wären. Meinetwegen hätte in den Orangen sogar eine sichtbare Tür sein dürfen, das wäre als Ironie durchgegangen. Aber die etwa einen Meter  großen Papporangen zu zerreißen in dem Moment, wo von der einen Seite der Bühne die Prinzessinnen hereinstolzieren, ist einfach dröge. Auch ein phantastisches Element mit Wind und Blasebalg wird verschenkt. Eine Nebelmaschine im Blasebalg, der den Prinzen ins Schloss bläst, Schnee oder Konfetti vor einer Windmaschine oder wenigstens Arbeit mit der Versenkung, all das wäre schön gewesen. Tatsächlich wird zwar ein großer Blasebalg auf der Bühne bedient, doch gegen Ende der Szene betritt der Prinz ganz langweilig von der Seite die Bühne.</p>
<p>Alles in allem also eine nervige Oper, einfallslos inszeniert und man ist froh, wenn man wieder raus ist – auch was Gutes.</p>
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		<title>Glutamat, Hacke und blau</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 19:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen Konzert - Oper - Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Axel Hacke präsentierte bei seiner Lesung aus verschiedensten Werken dem wohlgesonnenen Publikum einige Wortspiele. Sein Recyclingkonzept geht auf: Unbrauchbares Sprachgut verwertet er  in seinen Büchern und Artikeln.
Zum Anfang und Ende des Abends verlas er keine Wortspiele, sondern lustige Geschichten aus seinem Leben, sodass die 16 Uhr- Vorstellung in den Wühlmäusen als gelungen angesehen werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Axel Hacke präsentierte bei seiner Lesung aus verschiedensten Werken dem wohlgesonnenen Publikum einige Wortspiele. Sein Recyclingkonzept geht auf: Unbrauchbares Sprachgut verwertet er  in seinen Büchern und Artikeln.</p>
<p>Zum Anfang und Ende des Abends verlas er keine Wortspiele, sondern lustige Geschichten aus seinem Leben, sodass die 16 Uhr- Vorstellung in den Wühlmäusen als gelungen angesehen werden kann.</p>
<p>Die anschließende Einkehr in der Kleinen Orangerie am Schloss Charlottenburg erfreute durch angenehmes Ambiente und freundliche Bedienung, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass die Jägersauce zum Schnitzel glutamatgeschwängert war.</p>
<p>Nachdem nun Ohren und Gaumen auf ihre Kosten gekommen waren, gab es nur noch eins: Die Augen sollten endlich auch etwas bekommen, denn Axels Lesung war nicht sehr spannend ausgeleuchtet gewesen &#8211; umso reizvoller präsentierte sich das Schloss Charlottenburg. Dieses wird neben anderen Gebäuden der Stadt an der Spree momentan bunt beleuchtet, was zumindest am Schloss auch leicht blaulastig gelungen ist.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-187" title="scheiß berlin (2)" src="http://www.kulturlichter.de/wp-content/uploads/2009/10/scheiß-berlin-2.JPG" alt="scheiß berlin (2)" width="480" height="360" /></p>
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		<title>Viel Musik und wenig Leute &#8211; das Duo Tseliapniou/ Schomaker im Nilclub</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 17:41:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen Konzert - Oper - Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Artikel mache ich etwas total verbotenes: Begebe mich nach der Rollentheorie in einen Konflikt und rezensiere aus einer Doppelrolle (Mitveranstalter – Kunde) heraus ein Konzert.
Am gestrigen Abend gaben Pavel Tseliapniou (Querflöte) und Stephan Schomaker (Gitarre), Stücke von vier teils modernen, teils barocken Komponisten zum Besten. In einem zweistündigen Programm und mit virtuoser Lebendigkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In diesem Artikel mache ich etwas total verbotenes: Begebe mich nach der Rollentheorie in einen Konflikt und rezensiere aus einer Doppelrolle (Mitveranstalter – Kunde) heraus ein Konzert.</em></p>
<p>Am gestrigen Abend gaben Pavel Tseliapniou (Querflöte) und Stephan Schomaker (Gitarre), Stücke von vier teils modernen, teils barocken Komponisten zum Besten. In einem zweistündigen Programm und mit virtuoser Lebendigkeit präsentierten sie zwölf begeisterten Zuschauern ihr Können.</p>
<p>Mit einem Duo von Guiliani fing es an: Anfangs herrschte noch die typische von klassischer Musik hervorgerufene Langeweile, doch die Herren verstanden es, Musik vorzuleben und schon bald war der Zuhörer verzückt. Man träumt sich weg und ist verzaubert&#8230;</p>
<p>Das zweite Stück, für Querflöte, eine Antwort auf die Frage, was man in absurden Zeiten nach dem zweiten Weltkrieg, wenn aller Glauben an das Gute aufgegeben ist, noch komponieren kann. Es ist aufrüttelnd, wild und klingt nach Verzweiflung. Nach der Pause ging es mit einem nur wenige Jahre alten Stück für Gitarre und schließlich Bach weiter, abgerundet von zwei Zugaben.</p>
<p>Das Publikum schien klassikerprobt zu sein: Man klatschte nicht während der Atempausen eines Stückes, die Stimmung blieb erhalten.</p>
<p>Das abgerutschte N der NIL- Lichtschlange im Hintergrund ließ auf stiefmütterlichen Umgang mit der Lichtinstallation schließen, ansonten aber war die Betreuung durch den Inszenator des Abends einwandfrei. Seine einführenden Worte und die witzigen Erklärungen der sympathischen Musiker gaben den Stücken einen Rahmen, der sie und den Abend unvergessen macht. Schade, dass es so leer war.</p>
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		<title>Familie Flötz Klasse Klasse</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 18:16:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen Konzert - Oper - Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Familie Flöz legte im Stück „Klasse Klasse“ orale Beats auf, die Masken waren wieder einsame Spitze und man kam, wie in der Werbung versprochen, (fast) ohne Worte aus.
Pantomine ohne Gesichtsmimik? Das geht, und zwar im Admiralspalast Studio, wo gestern Fabi und ich eine wundervolle Schulklasse aus Puppen dabei beobachten durften, wie sie in Bio versagten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Familie Flöz legte im Stück „Klasse Klasse“ orale Beats auf, die Masken waren wieder einsame Spitze und man kam, wie in der Werbung versprochen, (fast) ohne Worte aus.</p>
<p>Pantomine ohne Gesichtsmimik? Das geht, und zwar im Admiralspalast Studio, wo gestern Fabi und ich eine wundervolle Schulklasse aus Puppen dabei beobachten durften, wie sie in Bio versagten, Romanzen ausstanden, die Rolle des Klassenclowns (Bart lässt grüßen) aushandelten und einiges mehr erlebten.</p>
<p>Das Ganze wurde vom deutschen Beatbox- Meister Daniel Mandolini begleitet, der alle Geräusche selbst produzierte, unterstützt nur von einer Loop-Maschine und einer akustischen Gitarre. Ihm beim Werke zuzuschauen, war fast ebenfalls so spannend, wie die Puppen auf der Bühne tanzen zu sehen.</p>
<p>Nach der Inszenierung Teatro Delusio, die von mir hier <a href="http://www.bierlichter.de/index.php/137/theater-in-ruckansicht.html">http://www.bierlichter.de/index.php/137/theater-in-ruckansicht.html</a> ebenfalls gute Noten bekam, und diesem neuerlichen Erfolg, kann hier nur gesagt werden: Geht hin, Leute, wenn die Familie Flöz wieder aus ihrem bewegten Leben berichtet!</p>
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		<title>Keine Illusion</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 17:50:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen Konzert - Oper - Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Die Perser&#8221; von Aischylos im Deutschen Theater (Dezember 2007)
Mitten in der Vorlesung gähnt ein Student sehr hörbar. Der Professor sagt: “You leave me no illusion about my job.”
Die Schauspieler sind sehr professionell, wie immer im Deutschen Theater. Auch an der Garderobe steht genug Personal, sodass es schnell geht. Und auf den Toiletten riecht es nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Die Perser&#8221; von Aischylos im Deutschen Theater (Dezember 2007)</strong></p>
<p>Mitten in der Vorlesung <strong>gähnt</strong> ein Student sehr hörbar. Der Professor sagt: “You leave me no illusion about my job.”</p>
<p>Die Schauspieler sind <strong>sehr professionell</strong>, wie immer im Deutschen Theater. Auch an der Garderobe steht genug Personal, sodass es schnell geht. Und auf den Toiletten riecht es nicht mehr, wie angeblich früher, nach DDR.<br />
Nach einem etwas peinlichen <strong>Sinnlosintro</strong> fängt der Chor, bestehend aus einer Frau, zu rezitieren an. Das Bühnenbild, bestehend aus einer riesigen, gelben <strong>drehbaren Mauer</strong>, ist sehr funktionell und minimalistisch. Es wird immer spannend, wenn diese Wand gedreht wird und auf der anderen Seite ein Mensch steht. Interessante Auftritte!<br />
Auch die <strong>Regie</strong> hat alles aus dem Text herausgeholt &#8211; und trotzdem langweilen sich Teile des Publikums. Bleibt also die Frage, ob “Die Perser” überhaupt aufführbar ist, da es <strong>kaum Dialoge</strong> und <strong>keine Handlung</strong> aufweist.</p>
<p>Was das Deutsche Theater aus dem Stück gemacht hat, verdient bei aller <strong>Kargheit des Bühnenbildes</strong> und der Kostüme <strong>jedoch Respekt</strong>.</p>
<p>Eine Frau <strong>gähnt</strong> inmitten einer Atempause des Xerxes. Im Publikum breitet sich ein leises Lachen aus. <strong>Xerxes</strong> tritt zum Bühnenrand vor und ruft die besten beiden Worte des Stückes ins Publikum : “<strong>Geht!</strong> — Leise.”</p>
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		<title>Theater in Rückansicht</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 17:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen Konzert - Oper - Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Name Teatro Delusio ist Programm: Dieses Stück spielt hinter der Bühne, wo umringt von Kulissen in Rückansicht Bühnenarbeiter, Schauspieler, ein Theaterdirektor und eine Putzfrau ihr Dasein fristen und viele kleine Abenteuer zu bestehen haben.
Das Teatro Delusio ist eine deutsch-spanische Produktion der “Familie Flöz”. Mit Sehr ausdrucksstarken Masken tanzen und laufen zwei sich ständig verkleidende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Name Teatro Delusio ist Programm: Dieses Stück spielt hinter der Bühne, wo umringt von Kulissen in Rückansicht Bühnenarbeiter, Schauspieler, ein Theaterdirektor und eine Putzfrau ihr Dasein fristen und viele kleine Abenteuer zu bestehen haben.</p>
<p>Das Teatro Delusio ist eine deutsch-spanische Produktion der “Familie Flöz”. Mit Sehr ausdrucksstarken Masken tanzen und laufen zwei sich ständig verkleidende Schauspieler und eine Schauspielerin auf der Bühne auf und ab, wobei die Illusion entsteht, es müssten mindestens fünf Personen sein, so viele Masken und Kostüme haben die drei in petto.</p>
<p>Dabei wird kein Wort gesprochen &#8211; nur pantomimische Bewegungen der Körper und Masken gestalten die Geschichte, doch das auf so eindringliche Weise, als würden Faust und Hamlet zugleich ihre berühmten Monologe halten. Im Hintergrund laufen viele Geräusche und Musik, immer auf das aktuelle Handlungsbild abgestimmt.</p>
<p>Zahlreiche Tricks, wie ein Pelzhandschuh, aus dem ein hochbewegliches Tier wird und eine große Kiste, die von den Schauspielern &#8211; leider nicht ganz unsichtbar &#8211; seitlich verlassen werden kann, geben der Vorstellung zusätzlich Pfiff.</p>
<p>Mit Reinhard Hubert hat man sich einen Lichtdesigner geleistet, der nicht nur für ungewöhnlich bunte Stimmungen sorgt, sondern durch leichten Dauernebel auch eine ganz besondere, etwas staubige Hinterbühnen- Atmosphäre erschafft.</p>
<p>Nur ungern verlässt der Zuschauer nach der Vorstellung die Zwischenwelt der sympatischen Puppen.</p>
<p>PS: Mit 10 bis 15 Euro sind die Karten für dieses Stück im Admiralspalast erschwinglich. Nach der Vorstellung darf das Publikum die Bühne betreten und mit den Schauspielern in Dialog treten &#8211; so sollte Theater öfter sein. Angenehm locker, aber professionell, sodass es nicht peinlich wird.</p>
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		<title>Perfekte Langeweile</title>
		<link>http://www.kulturlichter.de/index.php/17/rezensionen-konzert-oper-theater/perfekte-langeweile/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 17:29:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen Konzert - Oper - Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Berliner Philharmoniker spielen Beethoven und Bruckner
Das Programm bestand aus Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur und Anton Bruckners Symphonie Nr. 2 c-Moll. Es dirigierte der 72 Jahre alte sympathische Seiji Ozawa, Pierre-Laurent Aimard saß am Klavier und war natürlich auch perfekt. Ich habe in diesem Haus mit der beeinruckenden Architektur nur perfekte Konzerte und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Berliner Philharmoniker spielen Beethoven und Bruckner</strong></p>
<p>Das Programm bestand aus Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur und Anton Bruckners Symphonie Nr. 2 c-Moll. Es dirigierte der 72 Jahre alte sympathische Seiji Ozawa, Pierre-Laurent Aimard saß am Klavier und war natürlich auch perfekt. Ich habe in diesem Haus mit der beeinruckenden Architektur nur perfekte Konzerte und herausragende Künstler, besonders Solisten und Dirigenten, gesehen.<br />
Trotzdem ist ein klassisches Konzert, wie schon eine Freundin von mir meinte, immer ein bisschen langweilig. Man wird von den Philharmonikern also auf höchster künstlerischer Ebene gelangweilt. Und vom Langweilen verstehen sie was: Man guckt hierhin, man guckt dorthin… die alten Scheinwerfer stehen immer am selben Platz und wurden sicher die letzten 30.000 Jahre nicht eingesetzt. Acht Linsenscheinwerfer mit Folienscroller-Farbwechler sind immer gleich ausgerichtet. Ein Überbleibsel der Zeit, wo der Staat Kultur und Bildung finanzierte, anstatt sich von Wirtschaftslobbyisten der Müller Milch, Pharmakonzerne und Samsung ausnehmen zu lassen.<br />
Ausnehmen ist auf den spärlich vorhandenen Toiletten der Philharmonie auch Thema: Die Unsitte, Menschen aufzustellen, mit einem Teller voller Münzen vor sich, hat auch von der Philharmonie Besitz ergriffen. Dafür sind jedoch Garderobe und Programmheft kostenlos. Ausreichend Personal öffnet und schließt sie Türen, die Arbeitsteilung an der Getränkebar bewirkt für den erfreuten Gast ungewöhnlich kurze Wartezeiten. Überall außer auf den Klos fühlt man sich also wunderbar umsorgt.<br />
Perfekt gelangweilt verlasse ich das goldene Gebäude und besteige mein Pferd. Beethoven war ganz gut, Bruckner voller Energie und wie ein Spiegel von Zerrissenheit. Denkend an die schöne Musik reite ich ins Licht…</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-19" title="langeweile" src="http://www.kulturlichter.de/wp-content/uploads/2009/07/langeweile1.JPG" alt="langeweile" width="320" height="240" /></p>
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		<title>Übertriebene Emotionen sind widerlich</title>
		<link>http://www.kulturlichter.de/index.php/9/rezensionen-konzert-oper-theater/ubertriebene-emotionen-sind-widerlich/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 17:20:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen Konzert - Oper - Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[“Mobil” von Sergi Belbel im Hans Otto Theater Potsdam
Man blickt zur Tür, man tröstet sich: Das Stück ist sicher nicht das Beste, aber ein paar Lacher kommen immerhin vor. Manchmal haben die Schauspieler Momente, in denen sie ganz gut spielen. Manchmal, aber nur manchmal…
Noch ein Blick zur Tür: Notausgang. Wie lange dauert dieses Stück denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>“Mobil” von Sergi Belbel im Hans Otto Theater Potsdam</strong></p>
<p>Man blickt zur Tür, man tröstet sich: Das Stück ist sicher nicht das Beste, aber ein paar Lacher kommen immerhin vor. Manchmal haben die Schauspieler Momente, in denen sie ganz gut spielen. Manchmal, aber nur manchmal…<br />
Noch ein Blick zur Tür: Notausgang. Wie lange dauert dieses Stück denn noch? Es ist wie ein schlechtes Folterinstrument, das auf ewige Wiederholung eingestellt ist.<br />
Warum nur müssen die Schauspieler dieses Dorftheaters so schlecht sein? Nach eineinhalb Stunden haben sie sich warm gespielt, die letzte viertel Stunde scheint ihnen Spaß zu machen. Und dann ist das Stück endlich vorbei. Hölzern staksten sie auf der Bühne herum, die Abgänge waren schlecht getimet. Es sah aus, als wäre das Stück etwa 5 Wochen zu kurz geprobt worden. Hinten an der Bühne fällt Licht ein, welches das Bühnenbild zerstört und jeden Black-Out Effekt noch dazu.<br />
Doch es liegt nicht allein an den Schauspielern, dass das Stück mich quält. Das Stück selber kränkelt am Versuch, etwas neues zu erschaffen. In einer Zeit, wo alle Geschichten schon geschrieben wurden, alles abgenutzt ist. Jede Phrase, jede Szene scheine ich schonmal irgendwo gesehen zu haben. Alles ist immer das Gleiche, entsetzlich vorhersehbar. Die Gags sind manchmal erheiternd, doch die hätte ich auch in einem ???- Hörspiel haben können. Und da hätte ich weg gekonnt: Wieder der Blick zur Tür, die zum Foyer des Theaters führt, raus aus diesem Zuschauerraum.<br />
Die gekünstelt gespielten Emotionen springen einen an. Der Zuschauer muss keinerlei Intelligenz aufwenden, um etwas zu verstehen. Erstens gibt es nichts zu verstehen, weil das Stück ziemlich dumm ist. Zweitens wird alles mindestens zwei- bis dreimal wiederholt, bis auch der letzte es garantiert verstanden hat. Warum nur ist das einzige Schimpfwort in diesem Theaterstück “scheiße”? Kann man sich nicht mal was anderes ausdenken? Warum müssen drei Szenen sein, in der die eine Schauspielerin rumheult? Ich gehe nicht ins Theater, um mich aufgrund genierlicher Szenen fortzuwünschen. Und warum muss immer wieder von verletzen, verstümmelten Menschen die Rede sein? Wer seine Angstlust befriedigen will, liest heute doch schon ‘Spiegel’ oder ‘BILD’! Platte Schreckensszenarien, durchgekaut, immer wieder Weineszenen. Wahrscheinlich führte der Autor Strichliste, wie viele der gängigen peinlichen Szenen in dem Stück vorkommen müssen. Es ist wie in einem schlechten Hollywoodfilm. Nur noch enttäuschender, da man doch weiß, wie viel Theater eigentlich leisten kann. Offenheit, Freiheit zur Interpretation, all das fehlt dem Stück und seiner Umsetzung der Potsdamer Kleinkünstler.<br />
Am Ende dann noch die obligatorische Wende, eine unmotivierte Pointe; der Blick schweift zur Tür, die sich nun endlich öffnet: Nichts wie raus hier!</p>
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		<title>Was schön ist, muss zerstört werden!</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 17:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen Konzert - Oper - Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[“Der Freischütz” von Carl Maria von Weber in der Deutschen Oper Berlin
Es war keine jener althergebrachten Inszenierungen des Freischützen mit Wald, Bäumen, Schluchten, etc. …wie es eben zu DER romantischen Oper schlechthin passend wäre. Es war auch keine übermoderne, hässliche Inszenierung, bei der die Provokation zum Selbstzweck verkommt. Die Regie der Deuten Oper hat die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>“Der Freischütz” von Carl Maria von Weber in der Deutschen Oper Berlin<img class="aligncenter size-full wp-image-7" title="weber" src="http://www.kulturlichter.de/wp-content/uploads/2009/07/weber.JPG" alt="weber" width="320" height="240" /></strong></p>
<p>Es war keine jener althergebrachten Inszenierungen des Freischützen mit Wald, Bäumen, Schluchten, etc. …wie es eben zu DER romantischen Oper schlechthin passend wäre. Es war auch keine übermoderne, hässliche Inszenierung, bei der die Provokation zum Selbstzweck verkommt. Die Regie der Deuten Oper hat die Mitte perfekt getroffen. Einerseits dominieren prunkvolle Kronleuchter das Bühnenbild, andererseits hängt ein Boxsack im hinteren Drittel der Bühne. Ein altes Bild hängt neben modernen Postern. Der Jägerchor singt in grellgrünem Licht unter schwebenden Rehkadarvern, die zum Ausbluten über Schüsseln hängen.<br />
Das Schreckliche durchzieht die Inszenierung. Die Teufelgestalt Samiel sieht wie ein Nazi aus. Irgendwie passend. Immer, wenn die Musik unheimlich wird, betreten drei Affen die Bühne. Sie könnten an das Animalische im Menschen erinnern, an seine Fehlbarkeit, die in der Figur des Freischütz angelegt ist. Ein Aquarium mit echten Fischen im Hintergrund vervollständigt das Bild: Die Inszenierung ist von Tieren &#8211; lebenden wie toten &#8211; durchzogen. Und über allem hängen die Kronleuchter, als könnten die Menschen aus der selbst erschaffenen Zivilisation nicht entfliehen. Kleine rote Lämpchen leuchten an den Kronleuchtern, wie herabfallende Funken, als der Teufel zum ersten Mal in Aktion tritt. &#8211; Wie ein Vorgeschmack der Hölle.<br />
Auch Liebesszenen wurden brutal uminterpretiert. Ich kann mir das Gesülze anderer Inszenierungen vorstellen, wenn der Freischütz Max sich von seiner Braut verabschiedet, um den Teufel zu treffen. Doch in der Deutschen Oper ist Max kühl, hin- und hergerissen und brutal. Er ist, wie es im Text heißt, schon längst vom Teufel besessen und es scheint kein Entrinnen zu geben.<br />
Sehr ironisch und das Jagdglück, von dem gesungen wird, zeitgemäß in Frage stellend ist der Fakt, dass über den Jägern Kadarver hängen. Wie ein Mahnmal der Tierwelt.<br />
Das Bühnenbild ist praktisch immer das Gleiche. Das stört jedoch nicht, da sich Kleinigkeiten ändern und das Licht immer passend zur Stimmung ist. Kränklich gelb ist es, als der Teufelspakt geschlossen wird, grün bei der Jagd und rosa beim Happy End. Die ganze Bühne ist erfüllt von diesen Farben, da konsequent eine Dunstmaschine eingesetzt wird. Der Dunst nimmt dem Raum seine Leere und sorgt zudem für eine märchenhafte Stimmung während der ganzen Oper.<br />
Es ist die erste Oper meines Lebens, bei der durch Dunst konsequent Scheinwerferstrahlen sichtbar gemacht werden. Außerdem hat die Oper sich einen Rahmen mit eingebauten LEDs angeschafft, der sehr schön mit den Farben und Stimmungen des Bühnenbildes korrespondiert. Die etwas hässlichen Gitteranordnungen im Bühnenboden haben einen technischen Zweck: Sie bergen die Dunstmaschine, sowie Nebelmaschine, Windmaschine und Scheinwerfer für die grandios umgesetzte Szene, in welcher der Diener des Teufels Freikugeln gießt.<br />
Das Komische und Leichte der Oper geht bei dieser Inszenierung freilich etwas verloren. Das macht jedoch nicht viel, da es schon genug romantische, unkritische Inszenierungen gab. Gestern sah ich eine Anti- Interpretation des Freischützen. Alles passte zur Musik und doch handelt es sich um ein Akt des “so kann man den Freischütz AUCH verstehens”. Erstaunlich, wie viele böse Ahnungen durch die Oper hinweg orchestriert wurden. Ob von Weber diese Inszenierung nicht sogar sehr passend fände?<br />
Kleiner Markel: Einmal werden die Kronleuchter so weit hinuntergelassen, dass die Traversen des Schnürbodens zu sehen sind. Nicht sehr schick gemacht!</p>
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