Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Keine Illusion

“Die Perser” von Aischylos im Deutschen Theater (Dezember 2007)

Mitten in der Vorlesung gähnt ein Student sehr hörbar. Der Professor sagt: “You leave me no illusion about my job.”

Die Schauspieler sind sehr professionell, wie immer im Deutschen Theater. Auch an der Garderobe steht genug Personal, sodass es schnell geht. Und auf den Toiletten riecht es nicht mehr, wie angeblich früher, nach DDR.
Nach einem etwas peinlichen Sinnlosintro fängt der Chor, bestehend aus einer Frau, zu rezitieren an. Das Bühnenbild, bestehend aus einer riesigen, gelben drehbaren Mauer, ist sehr funktionell und minimalistisch. Es wird immer spannend, wenn diese Wand gedreht wird und auf der anderen Seite ein Mensch steht. Interessante Auftritte!
Auch die Regie hat alles aus dem Text herausgeholt – und trotzdem langweilen sich Teile des Publikums. Bleibt also die Frage, ob “Die Perser” überhaupt aufführbar ist, da es kaum Dialoge und keine Handlung aufweist.

Was das Deutsche Theater aus dem Stück gemacht hat, verdient bei aller Kargheit des Bühnenbildes und der Kostüme jedoch Respekt.

Eine Frau gähnt inmitten einer Atempause des Xerxes. Im Publikum breitet sich ein leises Lachen aus. Xerxes tritt zum Bühnenrand vor und ruft die besten beiden Worte des Stückes ins Publikum : “Geht! — Leise.”