Musik aus dem Geisterhaus
“Scheiß Wetter, nicht?!”, fluchte der Genesis- Frontmann zum Anfang des Konzerts. Doch bei “Follow You, Follow Me” kam die Sonne zum Vorschein, man sah sie schräg hinter der Bühne untergehen und für Tony Banks, Mike Rutherford und Phil Collins muss das von der Sonne rot beleuchtete Publikum wunderbar ausgesehen haben.
In der nächten Ansage wird ein Geisterhaus beschrieben. “… und wenn ihr nachher nach Hause kommt und hört das “schui schuui!” – dann sind die Gespenster bei euch … und ihr seid im Geisterhaus…!” – So kündigte Phil Collins das geniale “Home By The Sea” an, ein Song, der garantiert der beste von Genesis und ein Muss auf Konzerten ist.
Im letzten Drittel des Liedes – zu Anfang eines weiteren wunderschönen Gitarrensolos von Mike Rutherford – fuhren scheinwerferbesetzte Wägen mit roten bengalischen Feuern gewaltige Eisenarme hinter der Bühne hinauf, was dem Publikum ein beeindrucktes “ooooooh!” ablockte.
Eine (bei Genesis schon gewohnte) LED- Wand als Bildschirm und an die 300 Varilites, die in den 80ern eigens für Genesis entwickelt wurden und 1981 im ersten Konzert mit ferngesteuert bewegten Scheinwerfern überhaupt (natürlich ein Genesiskonzert) zum Einsatz kamen, rundeten die Lichtshow ab.
Phil Collins hat sich das Nuscheln abgewöhnt, ein weiteres Plus für Genesis, die wohl nie wieder auf Tour gehen werden.
Einziges Minus ist der Betrug vorm Konzert: Um 19 Uhr, so steht auf der Karte, fängt das Konzert an. Fakt war: Von 19 bis 20 Uhr wurde auf Leinwänden kinomäßige Werbung gezeigt. Das riecht nacht Geldsucht der steinreichen Rocker. Etwas arm, die Aktion…

Eigene Lichtshow zu Genesis’ Home By The Sea, Mai 2005
Hier zeige ich meine aktuellsten Arbeiten im Lichtbereich, rezensiere kulturelle Veranstaltungen und teste Lichteffekte auf ihre Wirkung.