Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

“Du” in Zeitschrift veröffentlicht!

Liebe Leute!

Mit Stolz darf ich euch berichten, dass mein Text “Du” (enthalten auch im Beitrag “Eine kleine Liebesgeschichte”, siehe unten) im Labyrinth, der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind e. V., veröffentlicht wurde. (Ausgabe 91/ März 2007.)
Mein besonderer Dank gilt Jan Zbikowski von kubus-online.net, der meine Geschichte an die Macher der Zeitschrift geschickt hat.

Hier nochmal die Geschichte:

Du

Kurze Prosa

Hinab, hinab den Weg gingen wir; den Pfad bis zu der Stelle, wo er sich mit dem Uferweg, durch einen schmalen Streifen aus Bäumen und Büschen vom Ufer getrennt, vereinigte. Sie fing an langsamer zu gehen, wir waren allein, und drehte sich zu mir um. Unsere Hände lösten sich nicht. Ich spürte, wie sie die Umamung genoss. Wie gern sie mich umschlang! Lauras Wärme durchströmte mich und ich wusste, was ich vermisst hatte. Es war viel zu schön, um überrascht zu sein, dass sie für mich so viel empfand, mich so heiß und innig drücken konnte. Weiter gingen wir; so zärtlich kühlte sich der Tag ab. Sommer. Und nur Gefühle in der Luft, nur wir auf dem Waldweg. Am Wasser; nur wir. Nur wir am Strand, den wir dann erreichten, der Steg, schwazer Kunststoff, und wir saßen da, Stunden vielleicht oder Minuten; sie aß eine Banane und ich beobachtete sie von der Seite. Ihr Mund, ihre dünnen, fast etwas zu dünnen, aber reizvollen Lippen umschlossen das Obst, bevor sie es noch etwas tiefer hinein schob; ihr ganzes Gesicht arbeitete mit – wie bewegend das aussah… Der Himmel war vollkommen gleichmäßig bedeckt und daher sahen wir weder den Sonnenuntergang, noch den Mond, der zunehmend und schon recht voll sein musste. Es gab ein gleichmäßiges Licht, der Abend ging in eine laue Nacht über; wir beobachteten Fledermäuse, bis man sie nicht mehr sehen konnte, weil es zu dunkel war. Da gingen wir den Steg hinab und fühlten bald den angenehm warmen Sand nur noch durch ein großes sehnsüchtig blaues Badetuch, auf dem wir schwammen; wir schwammen in der Dunkelheit, wie im Wasser, sahen das Gesicht des anderen auf uns zukommen, ihre Hände, so zart. Sind wir wirklich zwei?, flüsterte sie, so nah waren wir uns, so gut kannten wir uns, dass die Seelen verschmolzen, uns nur noch die Körper trennten und alles, alles andere als Eines fühlbar war, die Gedanken, die Gefühle, alles teilten wir. Es ist die tiefste, innerste und innigste Geborgenheit, die es gibt, sich fragen zu können, ob man wirklich zu zweit daliegt und dann hauchen zu können: Wir sind eins.
Du, sagten wir, du, ich liebe dich…

Konny; November 2002

PS: Nein, ich bin nicht hochbegabt.