Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Bevor’s taut: Skitour im Winterwunderland

Liebe Leute,
im Januar last ihr an dieser Stelle einen Wanderbericht über Einsiedel. Nun geht es noch einmal ins Erzgebirge: Nach erneutem Schneefall im März habe ich mich auf die Brettln gestellt und bin einfach losgefahren. Dabei wechselte das Wetter alle fünf Minuten zwischen Trübsinn, Schneesturm und Sonnenschein – und so wurde ich Zeugin eines beeindruckenden Lichtspektakels. Damit auch ihr das erleben könnt, lasse ich jetzt mal Bilder sprechen!
Eure Frau Dr. Winter

15.40 Uhr bis 15.50 Uhr: Am Anfang noch Grau in Grau, aber das konnte mich nicht aufhalten – auch der anrückende Schneesturm nicht!

15.40 Uhr bis 15.50 Uhr: Am Anfang noch Grau in Grau, aber das konnte mich nicht aufhalten – auch der anrückende Schneesturm nicht!

15.50 Uhr bis 16.00 Uhr: Nach dem Schnee kam die Sonne – da sah das Wäldchen schon ganz anders aus!

15.50 Uhr bis 16.00 Uhr: Nach dem Schnee kam die Sonne – da sah das Wäldchen schon ganz anders aus!

… und 16.00 Uhr bis 16.30 Uhr: Das Beste zum Schluss!

… und 16.00 Uhr bis 16.30 Uhr: Das Beste zum Schluss!

10 Jahre Jan Hegenberg – und kein Bisschen müde in der Berliner Spirale

Mein inzwischen viertes Jan-Hegenberg-Konzert war sicherlich das Beste. Denn nicht nur die neue Location Spirale war alternativer und jugendlicher angehaucht als der inzwischen geschlossene Riesenclub Kato, in dem die gut 100 Zuschauer immer etwas verloren wirkten. Am 2. März 2013 sahen wir tatsächlich eine kleine Lichtshow und Jan Hegenberg war selten so gut drauf wie dieses Jahr in Berlin.

Dem schon in vorherigen Artikeln kritisierten Club Kato mit seinen lahmen Mitarbeitern und stetig steigenden Bierpreisen hat Jan Hegenberg notgedrungen den Rücken gewandt. In der Spirale stimmte (fast) alles, denn die Garderobe hätte wirklich größer und bewacht sein können. Dafür wurde pünktlich geöffnet, die Bierpreise waren annehmbar und das Personal sehr nett.

Jan Hegenberg spielte 1 Stunde und 40 Minuten und somit viel länger als auf früheren Konzerten. Die lange Dauer ergab sich allerdings auch dadurch, dass wirklich vor jedem Song Witze gerissen, Geschichten erzählt und an zwei Songs kreative Improstrophen angehängt wurden. Jan Hegenberg ist auch nach 10-jähriger Karriere frisch und voller Spielfreude. So rockt er mit vielen alten Hits und leider nur drei Songs vom neuen Albun den gröhlenden Berliner Gamern die Gedärme aus dem Körper.

Doch nochmals zur neuen Location: Diese wartete mit innovativer Lichtshow inklusive Nebel (sonst wäre ja keine Show möglich) auf. 12 direkt nach unten gerichtete weiße Scheinwerfer im Hintergrund sorgen für flackernde Lichtsäulen. Die Show lebte allerdings vor allem von bunt angeleuchteten und halb durchsichtigen Stoffbahnen (sehr schicker Effekt!) und ins Publikum gerichteten länglichen LED-Flutern. Weiße Spots auf Jan, eine Spiegelkugel über dem Publikum und ein Stroboskop wurden hingegen nur sporadisch eingesetzt und sorgten für eine abgerundete und endlich dem Entertainer würdige Lichtshow.

Man erinnert sich, dass die Lichtshow in anderen Clubs oftmals so schlecht ist, dass ich mich selbst schon erbarmen und mit Jan als Lichtdesigner auf Tour gehen wollte. Leider lief die Bewerbung jedoch ins Leere, ich hatte sie an eine veraltete Adresse geschickt…

Die Rampe und die Lampe

Es ist soweit, endlich habe ich mal wieder einmal selbst gefräst, gesägt, gehämmert und gebeizt – kurz gesagt: gebaut! Die erste Idee war eine 45°-Rampe, die Nebel in die räumliche Zimmermitte leitet. Doch dabei ist es nicht geblieben…

…denn zur Rampe kommt noch eine Einheit aus 2 Par 36, meinen Lieblingsscheinwerfern, welche direkt nach oben leuchten. Denn nicht nur Pink Floyd und Genesis überzeugen durch in durchsichtige Bühnen eingelassene Scheinwerfer, auch ich mag es von unten. Das Licht blendet nicht, wirkt geheimnisvoll und hat etwas sehr Gespenstisches. Dieser Effekt kommt vor allem zum Tragen, wenn man die Lichtquellen nicht sieht.

Im Hintergrund sieht man gut die Nebelmaschine, vorne die Spots

Im Hintergrund sieht man gut die Nebelmaschine, vorne die Spots

Und so funktioniert die Rampe, vor zwei Tagen erdacht und heute komplett fertig gebaut, auch wunderbar. Anstatt am Boden zu bleiben, steigt der Nebel direkt vor die Scheinwerfer. Schaltet man die eingebauten Spots ein, so tritt das indirekte Geisterlicht in Erscheinung. Der Effekt ist gelungen und nicht konsumiert, sondern kostengünstig hergestellt und vor allem selbst erfunden! Er wird auf zukünftigen Lichtshows (auch im Garten) sicher zu sehen sein!

Im Betrieb

Die Erfindung in Betrieb

Ein heißer Wintertag im Erzgebirge

Wandern, das ist seit Manuel Andrack seine Bücher schreibt, auch für Leute unter 60 cool (ich berichtete). Abseits des Rentner- und Bayernimages gehen heute mehr junge Menschen denn je auf Wald- und Wiesenwegen dem Rauschen der Natur auf den Grund und entfliehen dem stressigen Alltag in den Städten. Grund genug, mit meiner Freundin eine Wanderung nahe des Örtchens Einsiedel im Erzgebirge zu wagen. Gleichzeitig ist dieser Artikel eine Hommage an Andracks Wandergeschichten.

Um 14:13 Uhr startet die pünktliche Erzgebirgsbahn in Chemnitz-Süd. Nur zehn Minuten später steigen wir im herrlich verschneiten Einsiedel aus. Erstes Highlight des Ortes ist der zentrale Platz. An die 16,53 Meter misst er im Durchmesser. Im Umkreis findet sich alles, was der Mensch zum Leben braucht: Edeka-Filiale, Sparkasse, Apotheke, Schuster, Bäcker und italienisches Restaurant. Kurz zuvor waren wir schon an einem Reisebüro mit spartanischen Öffnungszeiten vorbeigekommen. Doch das wirklich Besondere des Ortes kommt erst noch…

Zunächst jedoch gibt uns ein Haus Rätsel auf: Was ist hier dargestellt? Was ist, wenn die bunten Malereien nicht gänzlich sinnfrei sind (wie ich zuerst vermutete), sondern sie ein Thema verbindet? Oder erzählen sie sogar ein Märchen? Kommentare erwünscht!

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Dann kommt er echte Hingucker der Tour durch die kleine Stadt, denn eine Brauerei hätte ich hier zumindest nicht erwartet. Die Brauerei wartet mit allem auf, was das Herz sich wünschen kann. Nicht nur viele Sorten Gerstensaft, sondern auch Fassbrause und die erzgebirgische Konkurrenz zur Club Mate werden hier hergestellt.

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Vorbei am Einsiedler Brauhaus und einem Kästenlager, für dessen Ausmaße sich auch eine große Firma wie Beck’s nicht schämen müsste, gehen wir bergan und verlassen den Ort Einseidel. Dann sind wir endlich in der Natur. Schauen uns verschneite Wiesen, sowie eine Schafstränke mit zugefrorem Ablaufbächlein an und bleiben dann doch lieber auf dem Weg – falls man von einem Weg sprechen kann, denn auch hier liegt dicker Schnee, in dem man nicht gut vorankommt. Die Idylle und Ausblicke über die Tannen des Gebirges sind jedoch sehr wohltuend.

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Und hier endet die kalte, aber schöne Tour. In den Wald wollen wir nicht mehr einbiegen, da die Stiefel zu sehr im Schnee stecken bleiben und es bald dunkel werden würde. Beim Wandern vergeht die Zeit schnell – das ist ein gutes Zeichen, denn es hat allen Spaß gemacht. Im Sommer steht garantiert die nächste Wanderung auf dem Plan.

Lust auf Halogenlicht und Neuausrichtung der potsdamer Anlage

Die potsdamer Lichtanlage erfährt einen Reboost. Nach nur einem Monat Abstinenz wird der grüne Laser Eurolite LAS-8 (links oben im Bild) wieder ins Boot zurückgeholt. Dazu kommen ein Par 36 und eine Spiegelkugel. Da er einer Discokugel ähnelt (nur nicht so raumfüllend ist), geht der weiße Strahleneffekt American DJ Sparkle dafür nach Berlin.

Nach Jahren des puren LED-Rauschs im WG-Zimmer hatte ich jetzt große Lust auf herkömmliches Licht und brauchte mal wieder einen mit normaler Lampe versehenen Scheinwerfer: Den Par 36 (mittig oben im Bild) mit diesem tollen Nachleuchten – ideal für Blinkeffekte. Die Spigelkugel ist wie gesagt ein sehr raumfüllender Effekt und es war schon lange mein Wunsch, hier in Potsdam eine zu haben. Im Grunde genommen schon seit dem Einzug auf dem Kiewitt vor 7 Jahren.

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Edit: Der in Potsdam ohne Pult betriebene LED-Fluter wurde spontan noch gegen einen 300W-Theaterscheinwerfer (links unten im Bild) eingetauscht. Der Fluter kommt fortan in Ruhleben zum Einsatz, wo er übers Lichtpult angesteuert werden kann.

Ein Duo – vier Sessions: Musik und Licht wieder kreativ vereint

Die über 4-Jährige Pause (siehe hier) ist vorbei und am 17. November 2012 trafen Luke und ich uns endlich wieder zur kreativen Licht-DJ-Session, genauer gesagt 4 Sessions zu je 30 Minuten.

Es war ein schöner Abend, der durch die hervorragende DJ-Arbeit und Musik des Lucky Luke getragen wurde. Einige Fotos der von dieser Arbeit inspirierten Lichtshow bekommt ihr unten zu sehen.

Übrigens: Angeschlossen an den Abend war der Test, auf den die Menschheit gewartet hat: Welche Biere der Netto-Supermärkte bringen es und bei welchen sollte man sich den Kauf nochmal überlegen? Der Test fiel gemischt aus und Wernesgrüner gewann haushoch.

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Retroparty gipfelt in Lichtshow

Bei der Retroparty am Samstag, den 3. November 2012, stimmte einfach alles.

Vom Essen (Gegrilltes oder Chili con Carne standen wahlweise zur Verfügung) über den Gastgeber *hust*, die thematische Ausrichtung bis hin zu den teils internationalen Gästen, war der Abend uns allen ein Genuss.

Hier nun ein Foto der Retro-Ausstellung und zwei Schnappschüsse, die während der hoch gelobten Lichtshow entstanden. (Nach der Show sahen wir noch den Film “Gib Gas, ich will Spaß”.)

Das Set der Show (Dauer: 18 Minuten) sah folgendermaßen aus:

  • Nena – Leuchtturm (Schnipsel)
  • U2 – The Sweetest Thing (Schnipsel)
  • Mr. Mister – Kyrie
  • Joy Division – Isolation
  • Depeche Mode – Never let me Down Again
  • Silly – Ein Lied für die Menschen
Die kleine Ausstellung mit Retro-Devotionalien

Die kleine Ausstellung mit Retro-Devotionalien

Sanfte Farben zu "Kyrie"...

Kalte Farben zu "Isolation"...

Satte Lichtstrahlen zum Finalsong der Retroshow

... Und satte Lichtstrahlen zum Finalsong der Retroshow

Philosophie trifft auf Phallosophie – Kassierer auf Konzi in Bestform

Am 29. September 2012 war es soweit: Ich sah Deutschlands bekannteste Punkband “Die Kassierer” und das Konzert hat, wie ihr seht, einige Eindrücke hinterlassen.

Ganze zwei Stunden spielte die Band aus Wattenscheid. Zum standardmäßigen Clublicht muss nicht viel gesagt werden, insgesamt wurden die etwa zehn Moving-Heads und mindestens nochmal so viele Par-Kannen sinnvoll eingesetzt. Die Anordnung der Schweinwerfer war allerdings langweilig. Gerade Traversen haben eben keine besonders organische Form.

Doch ums Licht geht es bei den Kassierern nur ganz am Rande. Viel mehr begeistert der Blick auf Wolfgang “Wölfi” Wendlands nackten Körper. Der Sänger setzt seinen Körper ungesunden Schönheitsidealen der westlichen Gesellschaft entgegen.

Doch nicht nur die (übrigens etwas spärlichen) Blicke auf die volle Nacktheit des 130-Kilo-Mannes lassen sich gesellschaftskritisch deuten. Die Texte der Kassierer sind oft intelligent, wenn man über sie nachdenkt. Obwohl es auch falsch ist, in allem einen Sinn zu suchen. So wissen wir seit Sartres und Camus Zeiten um die Absurdität des Daseins, suchen aber immernoch Sinn im Kleinen. Die Kassierer meinen es zwar lustig, wenn sie ihre Texte als philosophisch wertvoll bezeichnen, auf gewisse Weise sind sie es aber auch.

Über diese ganzen Gedanken vergisst man auf einem Konzert der Kassierer garantiert das Feiern nicht. Ständig fliegen gefüllte Bierbecher in Richtung Band und einem selbst als Zuschauer gegen den Kopf. Versaute Aktionen wie der Unterhosentausch zweier Fans auf der Bühne sorgen für erstklassiges Entertainment. Nur das früher gern praktizierte Pofingern, übertrieben von Wölfi als Fisten bezeichnet, blieb aus. Ob der Gitarrist Niko Sonnenscheiße es vermisst hat?

Chris Krass und das ungezogene Mädchen

Meine persönliche Kurzfassung von „Shades of Grey“:
Christian Grey ist so atemberaubend schön und faszinierend… wow. Und er hat ein Firmenimperium, ein Riesen-Haus und einen eigenen Helikopter. Er hat mir Klamotten geschenkt und einen Mac und ein Auto, verdammte Scheiße! Einen großen Penis hat er auch – oh… jetzt muss ich gleich erröten und auf meiner Lippe kauen, dann haut er mich wieder bzw. er sagt, dass er mich gerne hauen würde. Dann führt meine innere Göttin alles auf, was sie in der Tanzschule gelernt hat, und mein Unterbewusstsein zeigt ihr seine hässliche Fratze.

Ja, mehr ist es eigentlich nicht. Die Studentin und Ich-Erzählerin Anastasia Steele ergeht sich in  Perfektionshymnen auf Christian Greys Aussehen, Liebeskünste und Reichtum. Wer sich eine SM-Sexszene nach der anderen erhofft, wird enttäuscht: Nur dreimal auf 600 Seiten machen Ana und Christian das, worüber sie 400 Seiten lang diskutieren. Das könnte auch spannend sein, aber der Text macht es dem Leser nicht leicht – mit seinem Adjektivgewitter und ausgelutschten Metaphern.

Beim Lesen habe ich mich auch gefragt, wie ich mich mit Ana Steele identifizieren soll. Ihr Unterbewusstsein vollbringt übermenschliche Leistungen. Außerdem scheint sie vor 13 Uhr nie etwas zu essen, aber wenn Christian ihr Wild und Wein reinquält, findet sie das immer „köstlich“. Auch sonst ist diese junge Frau recht einfach zufrieden zu stellen: Sie hat ständig Orgasmen… dafür aber keinen Computer und keine E-Mail-Adresse, so als Studentin in der westlichen Welt des 21. Jahrhunderts. Trotzdem erkennt man Spuren der Apple-Manie an Anas Schleichwerbung.

Und dann dieser… Christian Grey (Chris Krass)! Der betont zwar gerne seine Arbeitswut, aber davon merkt man nur Telefonieren und Delegieren – zumal er Zeit hat, Anas sämtliche Gewohnheiten zu überwachen. Und natürlich darf das Gewühle in seiner Kindheit nicht fehlen, denn die muss ja an allem Schuld sein.

Ein leidenschaftlich verbundenes Paar, gegensätzliche Bedürfnisse, die der Beziehung im Weg stehen – klingt nach einer Story mit Potenzial. Aber schon die Konstellation „Sie: arm und unerfahren, Er: reich und… na ja“ bringt mich zum Gähnen. Der Schreibstil gibt dem Buch das Letzte. Dafür bleibt mein Daumen unten!

…dies war ein Gastbeitrag von Frau Dr. Winter. Doch auch mich lest ihr hier bald wieder. Euer K.

Kurz und knackig – Ruhlebens Sommerfest auch im Jahre 2012 mit Lichtshow

Auch dieses Jahr habe ich zum Abschluss des Ruhlebener Stadtteilfestes eine Lichtshow gestaltet. Nach anfänglichen Problemem mit durchbrennenden Sicherungen startete das mit Zwischenapplaus und Zugaberufen bedachte Spektakel.

Waren vor zwei Jahren (siehe der damalige Blogeintrag) nur wenige Zuschauer dabei, so fand die Lichtshow des diesjährigen Strassenfestes in Ruhleben sehr viel Beachtung. Die Anlage wurde nah an den Bierbänken der feiernden Ruhlebener aufgebaut und auch viele Kinder freuten sich über bunte Lichtstimmungen.

Besonderer Dank gilt meinem guten Freund Fabian, der nicht nur beim Auf- und Abbauen half, sondern auch ein Video drehte und die Bedienung der Nebelmaschine übernahm.

Das Set der nur 16-minütigen Show sah so aus:

  • Die Ärzte – Junge
  • Genesis – Los Endos
  • Genesis – Second Home by the Sea

Hier seht ihr ein Video, von Fabian aufgenommen: