Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Erleuchtet: Garagenrock und Fußball

Gestern spielten ??? und Yes Sør! im Nilclub auf einer Soliparty für die Potsdamer Fußballmannschaft UFK. Der Meister hat die Lichtshow für die Bands gestaltet.

Im Dunkeln stehen gelassen! So düster geht es Bands ohne meine Photonenschleudern

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Mit Licht sieht die Welt schon schöner aus

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Die Studenten pumpen soliden Garagenrock in die Ohren der Zuschauer

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Orangenbitter an der Komischen Oper

„Die Liebe zu drei Orangen“ von Sergej S. Prokofjew ist eine musikalisch dick aufgetragene Oper. Die unmelodiöse Musik steigert sich gelegentlich zu quietschenden Lärmfanfaren, zwei Minuten schöner Melodien am Ende vermögen die schmerzenden Ohren nicht mehr lustig zu stimmen. – Und das, obwohl die trockene Inszenierung der Komischen Oper Berlin lustig sein will. Kurze Lichtblicke wie ein riesiger Kasperl, eine auftretende Ratte und ein Krokodil, klassisch von einigen Menschen im Leib bewegt, gibt es durchaus. Doch alles in allem ist die Choreographie hölzern, die gestaksten Bewegungen wirken auswendig gelernt, Fluss kommt kaum auf.

Die Sänger sind gut, das Orchester spielt gekonnt, wie es Regel ist an den Berliner Opernhäusern – bis auf eine krächzende Aurelia Hajek, welche die böse Fata Morgana spielt.

Das Bühnenbild lässt wiederum zu wünschen übrig. Zwei theaterhafte Rahmen sind aufgestellt, im Hintergrund eine schräge weiße Fläche; Raum für Lichtspiele und Projektionen, der allerdings vom einfallslosen Lichtdesigner verschenkt wird.

Wie schön wäre es gewesen, wenn die drei Orangen auf der Bühne so groß gewesen wären, dass die Prinzessinen tatsächlich ihnen entstiegen wären. Meinetwegen hätte in den Orangen sogar eine sichtbare Tür sein dürfen, das wäre als Ironie durchgegangen. Aber die etwa einen Meter  großen Papporangen zu zerreißen in dem Moment, wo von der einen Seite der Bühne die Prinzessinnen hereinstolzieren, ist einfach dröge. Auch ein phantastisches Element mit Wind und Blasebalg wird verschenkt. Eine Nebelmaschine im Blasebalg, der den Prinzen ins Schloss bläst, Schnee oder Konfetti vor einer Windmaschine oder wenigstens Arbeit mit der Versenkung, all das wäre schön gewesen. Tatsächlich wird zwar ein großer Blasebalg auf der Bühne bedient, doch gegen Ende der Szene betritt der Prinz ganz langweilig von der Seite die Bühne.

Alles in allem also eine nervige Oper, einfallslos inszeniert und man ist froh, wenn man wieder raus ist – auch was Gutes.

Es werde Wort! Hegenbergs Humardrock im Kato

Keine halben Sachen! Hier wird erschaffen, und zwar das Wort Humardrock. Humard setzt sich aus Humor (Texte und Gespräche mit dem Publikum) und hard (Einsatz einer Rythmusgitarre, hardrockartiger Habitus der Band und Zuschauer) zusammen und erinnert (human) zudem an die Menschlichkeit, die Hegenberg durch seine unkomplizierte Art ausstrahlt. (Rock erklärt sich von selbst.)

Haben sie meinen Blog gelesen oder sind sie einfach so besser geworden? Die letzten Winter kritisierte Location Kato hat sich auf meinem inzwischen dritten Jan Hegenberg- Konzert gewandelt. Die Frau am Einlass war freundlich und sogar zu Scherzen aufgelegt, das Team an der Garderobe schien nicht mehr aus einem „Warten auf Godot“ entsprungenen Mann, sondern gleich drei auffällig jungen Leuten zu bestehen – welche die Garderobe plötzlich räumten. Also ebenfalls fluchs hinter gegangen, Mantel selbst aufgehängt. Auch mal ne Erfahrung!

Doch nun das Negative: Das Kato öffnete – wahrscheinlich jedoch durch Verschulden der Band – eine knappe halbe Stunde später als erwartet die Türen. Das Bier ist zudem leider teurer geworden.

Und nun wieder ganz viel Positives: Das Haus war etwas voller als im letzten Winter. Die Lichtanlage wurde etwas konsequenter bedient, jedoch immernoch vom Tonmischer. Anheuern eines gewisssen Lichtmeisters würde hier sicher Abhilfe schaffen und zu einer konsequenteren Lichtshow führen. Denn auch Jan Hegenbergs lässig durch den Saal gerufenen Regieanweisungen in dieser Hinsicht wurden gerne mal überhört.

Die mit nur wenigen neuen Songs vom neuen Album „Untot auf Urlaub“ gespickte Setlist  war – eine weitere Neuerung – mit einer Pause versehen, nach dem emotionalen und für Hegenberg ungewöhnlich adulten Lied „Nichts Gelernt“.

Nach guten einenhalb Stunden solidem Humardrock ging ein fröhlicher Abend zu Ende und man freut sich aufs Wiedersehen im nächsten Jahr.

Glutamat, Hacke und blau

Axel Hacke präsentierte bei seiner Lesung aus verschiedensten Werken dem wohlgesonnenen Publikum einige Wortspiele. Sein Recyclingkonzept geht auf: Unbrauchbares Sprachgut verwertet er in seinen Büchern und Artikeln.

Zum Anfang und Ende des Abends verlas er keine Wortspiele, sondern lustige Geschichten aus seinem Leben, sodass die 16 Uhr- Vorstellung in den Wühlmäusen als gelungen angesehen werden kann.

Die anschließende Einkehr in der Kleinen Orangerie am Schloss Charlottenburg erfreute durch angenehmes Ambiente und freundliche Bedienung, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass die Jägersauce zum Schnitzel glutamatgeschwängert war.

Nachdem nun Ohren und Gaumen auf ihre Kosten gekommen waren, gab es nur noch eins: Die Augen sollten endlich auch etwas bekommen, denn Axels Lesung war nicht sehr spannend ausgeleuchtet gewesen – umso reizvoller präsentierte sich das Schloss Charlottenburg. Dieses wird neben anderen Gebäuden der Stadt an der Spree momentan bunt beleuchtet, was zumindest am Schloss auch leicht blaulastig gelungen ist.

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Perfekt integriert – Tangerine Dream vs. Fledermäuse

Am vergangenen Sonntag, den 30. August 09, traten Tangeine Dream in der Zitadelle auf und nur Fledermäuse konnten sie stoppen.

Das Konzert begann zwar mit einer halben Stunde Verpätung, doch immerhin hatte man auf ein Vorprogramm verzichtet. Die Elektrogruppe um Edgar Froese, das einzige noch verbliebene Gründungsmitglied, spielte über zwei Stunden. Während die ersten zwei Songs, mit Bongos a lá Südseefeeling noch recht ähnlich klangen, bot der Rest des Konzerts eine gute Mischung. In Wellenbewegungen, die auch die Laser vollführten, steigerte sich das Set in tranceartige Sphären, um mit Saxophonsolies und Gitarrenrock zu alternieren.

Die Lichtshow bestand vorwiegend aus Blau- und Grüntönen. Nur das Saxophon bekam tiefes Rot, sodass die musikalischen Kontraste sich auch im Licht wiederspiegelten.

Den Hauptteil der Show machten jedoch zwei Laser, die alle möglichen Farben und Formen produzieren konnten, aus. Da ich relativ weit hinten saß, hatte ich eine super Sicht auf  Strahlengewitter und wandernde Lichtwände – und war zugleich perfekt integriert wie in keine Lichtshow zuvor – , denn man hatte vorbildlicherweise daran gedacht, auch das Publikum einzunebeln. Hierzu kam eine Kombi aus Nebel- und Windmaschine – für Open Airs das einzig Wahre – zum Einsatz.

Leider waren Fressbuden und Bäume im Umfeld beleuchtet, was extrem störte. Bei einer von Lasern dominierten Darbietung sollte es noch dunkler sein als bei einer Lichtshow.

Viertel vor zehn verließen die Träumer die Bühne ohne ein Wort gesagt zu haben. So muss das sein! Kein Rumgeschleime, keine Langeweile, kein Berlin-ihr-seid-die-größten, sondern Musik pur.

Dann betraten sie die Bühne wieder für gefühlte 3 Zugaben, ohne Pause durchgejammt. Um 22 Uhr war Schluss, Edgar sagte mit seiner rauchigen lieber-Opa-Stimme, weitere Zugaben seien gestrichen, da ab Zehn die Fledermäuse schnarchten und man sie nicht stören wolle. Das sei eben alemannischer Tierschutz. Wir sind zwar nicht in Alemannien, aber das kann man ihm nachsehen.

Viel Musik und wenig Leute – das Duo Tseliapniou/ Schomaker im Nilclub

In diesem Artikel mache ich etwas total verbotenes: Begebe mich nach der Rollentheorie in einen Konflikt und rezensiere aus einer Doppelrolle (Mitveranstalter – Kunde) heraus ein Konzert.

Am gestrigen Abend gaben Pavel Tseliapniou (Querflöte) und Stephan Schomaker (Gitarre), Stücke von vier teils modernen, teils barocken Komponisten zum Besten. In einem zweistündigen Programm und mit virtuoser Lebendigkeit präsentierten sie zwölf begeisterten Zuschauern ihr Können.

Mit einem Duo von Guiliani fing es an: Anfangs herrschte noch die typische von klassischer Musik hervorgerufene Langeweile, doch die Herren verstanden es, Musik vorzuleben und schon bald war der Zuhörer verzückt. Man träumt sich weg und ist verzaubert…

Das zweite Stück, für Querflöte, eine Antwort auf die Frage, was man in absurden Zeiten nach dem zweiten Weltkrieg, wenn aller Glauben an das Gute aufgegeben ist, noch komponieren kann. Es ist aufrüttelnd, wild und klingt nach Verzweiflung. Nach der Pause ging es mit einem nur wenige Jahre alten Stück für Gitarre und schließlich Bach weiter, abgerundet von zwei Zugaben.

Das Publikum schien klassikerprobt zu sein: Man klatschte nicht während der Atempausen eines Stückes, die Stimmung blieb erhalten.

Das abgerutschte N der NIL- Lichtschlange im Hintergrund ließ auf stiefmütterlichen Umgang mit der Lichtinstallation schließen, ansonten aber war die Betreuung durch den Inszenator des Abends einwandfrei. Seine einführenden Worte und die witzigen Erklärungen der sympathischen Musiker gaben den Stücken einen Rahmen, der sie und den Abend unvergessen macht. Schade, dass es so leer war.

Testbericht: LED- Lichteffekt Incredible

Gut versteckt und nur in wenigen Onlineshops zu haben, doch ein annehmbarer Effekt für kleine bis mittlere Räume, ist der Incredible einer unbekannten Kleinfirma. Ob dieses Gerät mehr Beachtung verdient, klärt dieser Artikel.

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Das Gerät, online ab 120 Euro zu haben, lässt sich über 3, 9 oder 28 DMX- Kanäle ansteuern, wobei im ersten Modus alle LEDs einer Farbe gleichzeitig, im letzten jede der 7 Gruppen einzeln steuerbar sind. Man kann einzelne Farben einschalten und blitzen, oder die verschiedenen Farben der LEDs – teils auch kombiniert – in variabler Geschwindigkeit blinken lassen. Somit eignet der Effekt sich hervorragend zur Partykellerbeleuchtung, da er viel Action bietet. Durch sieben Linsen mit je einer Gruppe von 12 LEDs in den Farben Rot, Blau, Grün und sogar Weiß, wird das Licht weit gestreut und leuchtet einen Raum auf gesamter Breite bequem aus.

Durch die Verwendung von LEDs erhitzt das Gerät sich kaum, was Dauerbetrieb ermöglicht. Der Effekt arbeitet geräuschlos ohne Lüfter.

Das Plastikgehäuse hat Vor- und Nachteile: Incredible ist zwar leicht, aber Plastik ist weniger stoßfest als Metall und sieht – Hand aufs Herz – recht billig aus.

Ein weiterer Wermutstropfen ist, dass der Effekt nicht sonderlich hell ist. Zum Tanzen mag es reichen, doch hellere, konzentriertere  Lichtstrahlen, die einen größeren Abstand zu einander haben, und auch sattere Farben (die LEDs haben einen relativ hohem Weißanteil) wären peppiger.

Alles in allem jedoch ein ordentlicher Effekt, der nichts besonderes verspricht, dies aber hält und somit eine glatte 2 verdient hat.

Wie jeder Lighteffekt, so funktioniert auch dieser selbstverständlich nur mit Nebel, wie das obrige Foto beweist (im Zusammenspiel mit zwei Eurolite LED-Pinspots und einem American DJ Sparkle).

Hallo, neue Homepage!

Das Design in würzigem Weiß, dazu der noble Name: Mit viel Unterstützung vom guten Lukas, dem großer Dank gebührt, habe ich eine neue Homepage aufgebaut.

Die Page wartet mit vielversprechenden neuen Kategorien wie “Tipps zum Thema Licht” und einem deutlichen Gewicht auf Kritiken, Rezensionen und Lichtshows auf. Meine literarischen Ergüsse erscheinen auf den Unterseiten “Lyrik” und “Texte”.

Als nächstes, soviel sei schon verraten, erwartet den Leser der Bericht eines LED-Lichteffekts, der ganz schön weit fächern kann… doch dazu demnächst mehr!

Weiter unten tummeln sich die besten Artikel der alten HP, die sehr traurig sind, wenn die vergessen werden.

Open Air is back!

Nach über einem Jahr Pause fand am 27.5.09 anlässlich eines Geburtstages wieder eine Lichtshow im Garten statt – was auch Feuerwerk bedeutete!

Das Set (17 Min.):

Queen: Innuendo

Pink Floyd: On the Turning Away

Moby: My Weakness

Neu eingeführt waren ein zweiter Lüfter zum Verteilen des Nebels und eine Taschenlampe zu Rackbeleuchtung. Der zweite Lüfter machte sich bei schwachem, aber ständig wechselndem Wind gut, die Pultbeleuchtung allerdings irritierte meinen Blick auf die Lichtkegel der Scheinwerfer und wurde bald abgeschaltet…

Ansonsten war die Show erfolgreich und ein begeistertes Publikum gab nach dramatischem Licht- und Feuerspektakel zum Pink Floyd- Stück sogar Szenenapplaus

Hier nun die drei besten Bilder:

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Yes, die Pet Shop Boys leben noch

Die Erwartungen waren niedrig. Nach der naiv-dummen Vorabsingle ‚Love etc.’ haben die Pet Shop Boys jedoch ein Album herausgebracht, dass sich durchaus hören lassen kann.

Ihr zehntes reguläres Album kommt in langweiligem Weiß daher, kontrastiert mit Farbspielen, die an das Cover ihres difficult-listening Albums ‚Introspective’ erinnern. Das Booklet fällt mager aus, zu den Songs gibt es weder Zeiten, noch sind die Texte lesbar, da man auf Zeilenumbruch und Stropheneinteilung verzichtet hat.
Die Scheibe gibt musikalisch jedoch einiges her, so entstehen beim Hören vor allem der ersten drei Tracks interessante Kontraste. Erst ein Liebeslied, dann ein fröhliches und ein sentimentales Lied. Track vier ist gänzlich nichtssagend und wie die Singleauskopplung auch textlich schwach, ganz im Gegensatz zum restlichen Album. Mit ‚Vulnerable’ zeigen die Jungs, dass typische 80er- Synths auch heute noch frisch klingen können. Der Kuschelsong besticht durch ohrwurmverdächtige Melodie und hat das Zeug zur zweiten Single.
Ein weiteres Highlight ist das düstere ‚Building a wall’, welches neben dem einzigen Song mit Orchesteruntermalung, ‚Legacy’ zu den politischen Stücken des Albums gehört.
Neben ‚Building a wall’ gehört das stillere und gefühlsgeladene ‚The way it used to be’ zu den großen Nummern der zweiten Albumhälfte.

Alles in allem ein typisches Pet Shop Boys Album, welches keine wirklich schlechten Tracks aufweist (vgl. ‚Electricity’ auf ‚Bilingual’, ‘One and one make five’ auf ‘Very’), jedoch auch neue Ideen vermissen lässt – zwei Dinge, die sich leider nicht ausschließen.

Anspieltipps: Vulnerable, Building a Wall, The way it used to be
Überspringtipps: Love etc., Did you see me coming?